32. Woche mit den Pensionsgästen: Lotta, Aischa, Duncan, Rosalie

Dieses wunderschöne Bild schoss ein lieber Nachbar von dem bunten, verfressenen Rudel, als ich mit meiner Gang auf viele freundliche Nachbarshunde traf. Auch wenn es manchmal eintönig ist, jeden Morgen dieselbe Runde zu drehen, so möchte ich doch nicht davon abweichen, weil ich weiß, welcher Hundebesitzer zu diesem Zeitpunkt mit seiner Lakritznase unterwegs ist. Das macht es für mich viel leichter einzuschätzen, ob ich die Hunde anleinen, einen Bogen schlagen, oder entspannt weiter laufen kann. Durch die Begegnungen kommt es dann zu Abwechslungen und ich baue ab und zu ein paar Such- oder Apportierspiele ein.

 

Am Dienstag Abend gab ich der Hitze nach und entschied, mit meinem Mann, Kimba, Aischa und Duncan zum Elfrather See zu fahren. Dort gibt es ab 18:00 Uhr einen Kurzzeittarif und ein eingezäuntes Gelände, wo Hunde mit Besitzern gemeinsam schwimmen gehen können. Ich hatte mich lange geziert, mit den Hunden zum See zu fahren, weil ich die großen Labradore nicht in meinen Kofferraum quetschen wollte und ich von Aischa wusste, dass sie auf den letzten Seebesuch mit Magen-Darm-Infekt reagiert hatte. Außerdem tränten ihre Augen, aber wie gesagt … die Abkühlung war überfällig. 

Als ich mit meinen drei Labradoren das Gelände betreten wollte, kam gerade ein Mann heraus, der 12 Berner Sennen Hunde an Leinen führte. Mir blieb voller Achtung der Mund offen stehen, weil er und die Hunde absolut ruhig und gelassen ihres Weges gingen. Mir blieb weiterhin die Spucke weg, als ich in den eingezäunten Bereich ging, in dem bestimmt 25 Hunde der verschiedensten Rassen durcheinander tobten. Dazwischen den Menschen, die ihre Decken und kleine Leckereien gegen die immer hungrigen Vierbeiner verteidigen mussten. Ich dachte: Augen zu und durch! Nachdem Kimba und Duncan vor lauter Aufregung zunächst einen Haufen machten, den ich schnellstens beseitigte, wollten wir uns in die kalten Fluten werfen, doch zu unserem Entsetzen war der See lauwarm. (Mein Opa hätte jetzt ein anderes Wort benutzt :-)) Egal - Kimba, Aischa, mein Mann und ich schwammen raus, wobei Aischa etwas zögerlich wirkte. Duncan wusste gar nicht, wo er zuerst hinschauen sollte, überall wurden Frisbees, Gummiknochen durch die Gegen geworfen. Am liebsten wollte er alles auf einmal apportieren, entschied sich dann jedoch für die Wassermelone eines Mannes, der direkt am Ufer saß. Als ich aus dem Wasser stürmen und Duncan davon abhalten wollte, winkte der ehemalige Besitzer der Melone lachend ab. Wenn man auf diesen Platz kommt, weiß man, worauf man sich einlässt.

Mein Kimba drehte nach dem Ball total auf, wollte mit allen Hunden spielen, raufen, drehte sich durch die vollkommen verdreckte, gelbe Wiese. Er sah nachher aus wie ein modriges Wildschwein … aber glücklich. Aischa lag ganz ladylike mit überschlagenen Beinen neben mir und schaute sich das bunte Treiben an. Duncan musste sich mal wieder gegen all die Avancen wehren, die ihm von vielen Rüden angetragen wurden. Es war ein aufregender Besuch, aber eine schöne Abwechslung.

Mittwoch morgen fuhr ich zunächst meinen Mann zum Bahnhof nach Duisburg, weil er sich für drei Wochen in eine Sportkur nach Oberstdorf verabschiedet. Direkt danach brachte ich nach Rücksprache mit Aischas Frauchen die braune Labrador Dame zum Tierarzt, weil ihre Augen immer weiter eiterten. Zum Glück kamen wir schnell dran, es wurde eine beidseitige Bindehautentzündung diagnostiziert und wir bekamen eine Augensalbe ausgehändigt. Bereits nach wenigen Tagen stellte sich eine deutliche Besserung ein. Vielen Dank, Frau Dr. Mäurers, für die schnelle, effektive Hilfe.

Donnerstag gab es den lang ersehnten Regen mit einigen Gewittern. Ich spielte gerade unter der Terrassenüberdachung Die Siedler von Catan mit meinen Kindern, als der Wolkenbruch wie ein Wasserfall über uns niederging. Duncan reagiert sehr nervös auf Blitz und Donner, konnte jedoch nicht dazu überredet werden, ins Haus zu gehen. Er blieb lieber bei uns. Die Temperaturen wurden etwas angenehmer, aber auch schwüler. Nachmittags feierten die Hunde mit meiner Familie zusammen den Geburtstag meines Vaters :-)

Ein schönes Highlight gab es am Sonntag. Ich hatte mich mit Aischa, Kimba und Duncan zu einem Denkspielnachmittag angemeldet. Die Veranstaltung wurde von Christina Prior von Flinke Pfoten unterwegs abgehalten. Es kamen noch drei weitere Mensch-Hund-Paarungen. Zunächst gab es eine Einführung und ein kleines Becherspiel, um herauszufinden, welchen Charakter der jeweilige Vierbeiner besitzt. Dabei unterschied Christina zwischen vier Typen: Hitzkopf, Clown, Wartender, Skeptiker. Wir alle kennen zum Beispiel Hunde, die auf ein neues Spielzeug ohne Zögern losschießen und es in Beschlag nehmen oder auch solche, die sich dem Gegenstand eher vorsichtig nähern. 

Meine drei Labradore zielten alle in eine ähnliche Richtung: vorsichtige Clowns mit mehr oder weniger Biss, bei der Sache zu bleiben. Dann galt es, verschieden schwere Aufgaben zu lösen, um an selbstgebackene Leckerchen zu kommen. Da zahlen sich die Winzlinge aus, die ich mit meiner neuen Backmatte produziert hatte. Ich konnte feststellen, dass die schwierigste Übung für den Zweibeiner darin bestand, den Hund in Ruhe ausprobieren zu lassen. Wir sind zu flott dabei, Tipps und Hilfestellungen zu geben. Wenn man sich zurücklehnt und die Hunde bei ihren Versuchen und Überlegungen nur beobachtet, ist das viel mehr wert, als ein schneller Erfolg.

In mir wurde direkt der Wunsch geweckt, das selbst mit den Hunden regelmäßig zu machen. Dafür kann ich ein bereits fertiges Trainingscenter für 185,00 EUR kaufen oder eins selbst basteln.

Ratet mal, wofür ich mich entscheide?