33. Woche mit den Pensionsgästen: Aischa, Rosalie, Sissi, Daisy, Kessi, Bella und Besuch von Najla sowie Maxi

Die Woche startete direkt am frühen Montag Morgen mit einem Besuch einer neuen Interessentin: der Schapendoes Hündin Najla. Sie braucht zwar keinen konkreten Termin, wollte aber einfach gern meine Pension kennenlernen. Najla zeigte sich Kimba, Aischa und Rosalie gegenüber sehr kontaktfreudig, lief prima ohne Leine und durchstöberte auch ohne zu zögern meine Wohnung sowie den Garten. Dann warte ich mal darauf, wann Najla zum ersten Mal als Gast kommt.

Am Dienstag musste ich mit Bedauern meinen Langzeit-Feriengast Aischa abgeben. Ein Abschied von der wirklich lieben und gehorsamen Labradordame fällt mir immer besonders schwer. Doch für Trübsinn blieb nicht viel Zeit, schon zog Sissi bis zum Ende der Woche ein. Da sie am Mittwoch mein einziger Pensionsgast war, hatten meine Eltern angeboten, in Duisburg auf die Foxterrier-Dame aufzupassen, damit ich mit meinen zwei Töchtern in Ruhe den Duisburger Zoo besuchen konnte. Bei meiner Mama und Sissi war es Liebe auf den ersten Blick, und die Hundedame verhielt sich vorbildlich, als hätte sie schon immer bei meiner Mama gewohnt.

Währenddessen durchwanderten wir drei Sommer-Frauen den Zoo. Was den Tierpark betrifft bin ich wie wahrscheinlich viele Menschen zweigeteilter Meinung. Auf der einen Seite freue ich mich, exotischen Tieren so nahe zu kommen, doch auf der anderen Seite weiß ich, dass es für jedes Tier ein Leben in Gefangenschaft bedeutet. Ich wurde jedoch positiv überrascht, dass wirklich viele Tiere einen sehr lebhaften und zufriedenen Eindruck vermittelten. Welche Tier ich nicht erwartet hatte - waren Wespen! Doch die flogen zu Hunderten sehr aggressiv dort herum und stachen sowohl Besucher als auch Zootiere. Ich bekam zwei Stiche ab, die sich ziemlich schnell entzündeten. Leider hatte ich keine Medikamente dabei, zum Glück bin ich nicht allergisch. Aber die Stiche und ihre Nachwirkungen taten ordentlich und schwollen an. Das verleidete uns den Besuch, sodass wir am frühen Nachmittag zurück zu meinen Eltern fuhren. Dort wurde Marie von einer Wespe gestochen. Deren Aggressivität konnte ich jedoch verstehen, weil meine Mutter mit den Brummern auf Kriegsfuß steht und ohne Erbarmen Jagd mit der Fliegenklatsche auf sie macht. Zum Glück konnten wir Maries Stich schnell behandeln, sodass dieser sich gar nicht erst schlimm entwickeln konnte.

 

Als ich am Donnerstag Morgen wegen einer Wurzelbehandlung auf der Zahnarztliege lag, hatte sich der Umfang meines rechten Unterschenkels verdoppelt, spannte und leuchtete Signalrot. Die Ärztin empfahl mir eine Behandlung mit Rivanol sowie Fenistil mit Cortison. Das Positive war, dass mich der Wespenstich von der Zahnbehandlung und die Zahnbehandlung vom Wespenstich ablenkte. Das nennt man: Galgenhumor! Zum Glück stellte sich mit den Salben eine Besserung ein, sodass ich halbwegs wiederhergestellt Maxi die Tür öffnen konnte, die am Nachmittag unvermittelt samt Frauchen vor meiner Haustür stand. Das Frauchen ist verwandt mit dem Herrchen von Kessi, und Maxi wollte einmal kurz meine Pension beschnuppern. Das tat sie recht ausgiebig, aufgeweckt und schien willens zu sein, wiederzukommen.

Die graue Whippet Hündin Daisy zog zu uns. Auf den Spaziergängen hatte ich nun in mehrfacher Hinsicht wachsam zu sein. Auf den Feldern reifen Maiskolben, die mein verfressender Kimba mit Strunk in großen Stücken verschlingt. Dagegen hätte ich nichts, würde er sie anständig verdauen. Das tut er jedoch nicht, sondern kotzt mir sie mitten in der Nacht auf den Flurteppich. Bei aller Liebe - ich mag meinen Schlaf. Also muss der Labbi ab sofort in der Nähe der Maisfelder an die Leine. Die Aufgabe der Foxterrier Hündin Sissi ist die Jagd nach Maulwürfen. Auch die haben in meinem Garten und den umliegenden Feldern zur Zeit Hochsaison, was Sissi in absolutes Entzücken und Erstarren fallen lässt. Sie steht dann stocksteif über einem frischen Hügel und bewegt nur den Kopf langsam hin und her wie eine hochsensible Antenne. Auch wenn ich sie wirklich gern dabei beobachte, ist dieser Stillstand auf den Spaziergängen sehr lästig. 

Bei Daisy muss ich darauf achten, dass kein Hase in der Nähe ist. Auch wenn ich die Whippet Hündin auf Anweisung des Frauchens ausschließlich an der Leine führe, möchte ich mögliche Beute lieber vor der Hündin sehen, bevor sie sich in die Leine schmeißt. Sie sorgt beim Füttern regelmäßig für Kopfschmerzen. Ihr Futter scheint ihr nicht wirklich zu schmecken, sodass ich es mit Leberwurst einschmieren muss, damit sie überhaupt etwas zu sich nimmt - und dann lutscht sie meistens die Leberwurst ab und spuckt mir die Bröckchen neben den Napf. Nee, Prinzessin, so geht das nicht! Ich könnte mich über ihren entrüsteten Blick vor Lachen bekringeln, wenn ich ihr jedes Mal wieder dieselben abgelutschten Brocken hinstelle. Aber spätestens abends ist sie so hungrig, dass sie frisst. 

Die alte Labbi-Dame Bella, die Ferien in meiner Pension macht, hat dafür keinerlei Verständnis. Auch wenn sie viel Äpfel und Gurken bekommt, futtert sie in kürzester Zeit alles auf und hinterlässt den Napf blitzblank. So muss das gehen!